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Der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer ist eine in Bayern und allen übrigen Alpenländern geschützte Berufsbezeichnung. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, muss erst eine rund dreijährige Ausbildung durchlaufen werden, die unter der Aufsicht der Technischen Universität München (TUM) steht und vom VDBS in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus organisiert wird.

Die praktischen wie theoretischen Lehrgangsinhalte basieren dabei auf der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern (Bay.APOFspl). Während der Bergführerausbildung tragen die Teilnehmer den Anwärterstatus und werden als außerordentliche Mitglieder im Verband geführt.

Wer sich als Bergführer ausbilden lassen will, muss das überdurchschnittlich hohe persönliche Können eines Allrounders in Fels, Eis, Mix-Gelände und auf Ski mitbringen. Oberstes Ziel der Ausbildung ist es daher, den Kandidaten bzw. Anwärter auf den überaus verantwortungsvollen Beruf vorzubereiten. Deshalb sollte der Bewerber bereits über die nötigen Fertigkeiten verfügen sowie eine mehrjährige Erfahrung als fertiger Bergsteiger vorweisen können.

Für die Zulassung zur Ausbildung müssen diese Fähigkeiten im Rahmen einer Eignungsfeststellung überprüft werden. In der Ausbildung werden dann die Fertigkeiten des Führens, das klettertechnische Können sowie die Erfahrung für alpine Touren vermittelt und mittels einer staatlichen Prüfung abgeschlossen.

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Ausbildungsdauer und Teilnahmebedingungen

Die Ausbildung zum staatlich geprüften Berg- und Skiführer beinhaltet eine Vielzahl an Lehrgängen, die entweder fix bzw. variabel aufeinander aufbauen. Diese Ausbildungsstruktur bietet somit mehrere Möglichkeiten für die individuelle Planung und Durchführung. Wer über die entsprechende Zeit verfügt, kann die einzelnen Lehrgänge, das Praktikum und die Prüfungen also entweder innerhalb von rund 2 ½ Jahren absolvieren oder die Dauer selbst bestimmen. Für die Zulassung zur eigentlichen Ausbildung müssen vorab erst verschiedene Eignungsfeststellungsprüfungen erfolgreich durchlaufen werden, um das persönliche Können sowie die alpinen Fähigkeiten am Fels sowie im Eis und auf Ski beurteilen zu können. Konnten die nötigen Voraussetzungen erfolgreich nachgewiesen werden, darf der angehende Bergführer die eigentlichen Ausbildungslehrgänge besuchen. Die Führungstechnik-Lehrgänge sind jeweils mit einer entsprechenden Lehrgangsprüfung und mindestens mit der Note „ausreichend“ abzuschließen. Das erfolgreiche Bestehen aller Lehrgangsprüfungen ist letztendlich die Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Prüfung zum Berg- und Skiführer, die seitens der Technischen Universität München organisiert wird.

Teilnahmevoraussetzungen zur Ausbildung:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • überdurchschnittlich hohes persönliches Können eines Allrounders in Fels, Eis, Mix-Gelände sowie auf Ski
  • Anmeldung über Anmeldeformular mit umfassendem Tourenbericht (entsprechend dem Anmeldeformular) über mind. 3 Jahre (aufgeschlüsselt in Fels-, Eis- und Skitouren)
  • Erster Hilfe Nachweis in mind. 8 Doppelstunden (nicht älter als ein Jahr)
  • ärztliches Zeugnis (nicht älter als drei Monate)
  • amtliches Führungszeugnis (nicht älter als drei Monate)
  • Bestehen der Eignungsfeststellungsprüfung

Ausbildungslehrgänge:

  • Freiwillige Vorbereitungslehrgänge zur Vorbereitung auf die Eignungsfeststellungsprüfung á 8 Tage
  • Eignungsfeststellungsprüfungen á 12 Tage
  • Ausbildungs- und Prüfungskurse in Theorie und Praxis á 91 Tage aufgeteilt in ein- oder zweiwöchige Ausbildungslehrgänge in den Bereichen Sportklettern, Bergrettung, Lawinenbeurteilung, Skitourenführung, Felsführung, Eisführung, Freeriden, Eisklettern sowei zwei viertägige Theorielehrgänge
  • Praktikum im Bereich Fels, Eis/Hochtouren und Ski á 36 Tage
  • Freiwillige Anwendungslehrgänge zur Vorbereitung für die staatl. Prüfung á 18 Tage
  • Theorieprüfung á 2 Tage
  • Prüfung Sommer á 12 Tage, aufgeteilt in Fels und Eis
  • Prüfung Winter á 6 Tage

Ausbildungsinhalte:

  • Führungs- und Sicherungstechniken in Fels, Eis und Schnee
  • Lawinenbeurteilung
  • Risikomanagement
  • Ausrüstungskunde und Sicherungstheorie
  • Schnee- und Lawinenkunde, Orientierung, Wetterkunde
  • Unfallkunde / Erste Hilfe
  • Führungstaktik und -technik
  • Anatomie und Physiologie
  • Ökologie

Es gelten die AGBs zur Berg- und Skiführerausbildung im VDBS.