kletterlehrer

Sportklettern zählt inzwischen zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Menschen jeden Alters – egal ob in der Kletterhalle oder direkt am Fels. Dabei erfolgt der Einstieg denkbar einfach und für über 90% der Sportler direkt in der Halle, wo sie das erste Mal mit Kletterseil und Sicherungsausrüstung (Klettergurt, Karabiner, etc.) in Berührung kommen. Geschult werden die Einsteiger zumeist durch Kletterlehrer, die wiederrum seitens des Kletterhallenbetreibers für die Durchführung der Kurse ausgebildet werden.

Während in der Schweiz und in Frankreich die Ausbildung zum Kletterlehrer – sei es für die Halle oder im Freien – gesetzlich geregelt ist, gibt es für den erwerbsmäßigen Unterricht an künstlichen Anlagen in Deutschland bisher keine offizielle Regelung. Lediglich im Bundesland Bayern ist das erwerbsmäßige Erteilen von Unterricht sowie das Anwerben von Kunden strikt untersagt und werden sämtliche Formen des Klettersports unter Nutzung einer Seilsicherung im Freien in der Bayerischen Bergschulverordnung geregelt.

Da der Sprung aus der Halle hinaus ins Freie ein recht kurzer ist, finden die ersten Kletterversuche am Felsen häufig ohne die Aufsicht eines Bergführers oder einer Bergschule statt. Genauso verhält es sich für den Einstieg in das Klettern von Mehrseillängen im alpinen Gelände. An dieser Stelle setzt die Ausbildung zum geprüften Kletterlehrer beim VDBS (Verband Deutscher Berg- und Skiführer) an, um ein Bindeglied zwischen Kletterhalle und Bergführer zu schaffen. Zu den Aufgaben des VDBS-Kletterlehrers gehören u.a. die Durchführung gewerblicher Kletterkurse in Kletterhallen und die Arbeit als qualifizierter Kletterlehrer im Rahmen der Bergschulverordnung Bayern für Bergschulen.

In Bayern kann er dann zusammen mit einem staatlich geprüften Berg- und Skiführer Kletterkurse in Sportklettergärten durchführen, außerhalb Bayerns gibt es in Deutschland diesbezüglich keine Beschränkung. Darüber hinaus steht er auch als unabhängiger Fachmann für die Erstellung von Sicherheitskonzepten sowie die Organisation des Routenbaus zur Verfügung. Als PSA-Sachkundiger kümmert sich der VDBS-Kletterlehrer zudem um die Zusammenstellung und Überprüfung der Leihausrüstung sowie die Durchführung von Kletter- und Sicherungskursen. Explizit nicht zu seinen Aufgaben zählen die Schulung und Führung von alpinen Mehrseillängenrouten sowie Klettersteigen.

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Ausbildungsdauer und Teilnahmebedingungen

Die Ausbildung zum geprüften Kletterlehrer beinhaltet einen Theorielehrgang sowie drei aufeinander aufbauende Praxislehrgänge, für deren Zugangsberechtigung vorab erst eine entsprechende Eingangsfeststellungsprüfung absolviert werden muss. Hierfür muss der Aspirant insgesamt zwei von drei Routen (Herren: 7a/7a/6c+; Damen 7a/6c+/6c) „On-Sight“ bzw. im „Flash“-Modus klettern. Im Grundlehrgang werden anschließend das nötige Fachwissen im Bereich der Sicherungstheorie, der Bedienung von unterschiedlichen Sicherungsgeräten und der Durchführung von Rettungsmaßnahmen vermittelt. Darüber hinaus wird der Aspirant auch in die gesetzlichen, steuerrechtlichen und versicherungstechnischen Grundlagen eingewiesen, die für die Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit als Kletterlehrer notwendig sind. Weitere Bestandteile der Ausbildung sind die Unfall- und Ausrüstungskunde sowie die allgemeine Trainingslehre inkl. Kommunikationstraining. Auch das Bohrhakensetzen sowie das Einrichten und Sanieren einer Route werden geschult. Im Lehrgang Hallenmanagement wird schließlich das Wissen im Routenbau weiter vertieft, der Auszubildende zum PSA-Sachkundigen für Sport und Industrie qualifiziert und in die Sicherheitskonzeption bzw. das Notfallmanagement für Kletterhallen eingewiesen. Abgeschlossen wird die rund 30 Tage dauernde Ausbildung mit der erfolgreichen Absolvierung eines dreitätigen Prüfungslehrgangs.

Teilnahmevoraussetzungen zur Ausbildung:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Erster Hilfe Nachweis (nicht älter als ein Jahr)
  • ärztliches Zeugnis (nicht älter als drei Monate)
  • amtliches Führungszeugnis (nicht älter als drei Monate)
  • Nachweis über die erfolgreiche Ablegung der Eignungsfeststellungsprüfung
  • hohes persönliches Können (Männer 7a, Frauen 6c on sight)
  • hohes sicherheitstechnisches Wissen (Eingangsprüfung)

Ausbildungslehrgänge:

  • Eingangsfeststellungsprüfung (1 Tag)
  • Theorie-Lehrgang (5 Tage)
  • Lehrgang Sicherungstechnik, Grundlagen Klettertechnik und Training (7 Tage)
  • Lehrgang Techniktraining, Jugendtraining, Leistungstraining (7 Tage)
  • Lehrgang Hallenmanagement und Routenbau (7 Tage)
  • Prüfungslehrgang (3 Tage)

Inhalte der Lehrausbildung:

  • methodische und didaktische Kompetenz
  • Schulung in Sicherungstraining und Sicherungstechnik
  • Schulung der Trainertätigkeit (Technik, Taktik, Kondition und Psyche)
  • Hallenmanagement (Leihausrüstung, Kletterwandwartung, Routenbau, Sicherheitskonzeption, Notfallmanagement)

Es gelten die AGBs zur Kletterlehrerausbildung im VDBS.
Trainern B Sportkletterndes DAV werden Lehrgangsteile erlassen.

Download Lehrgangstermine 2016-2017:

2018 Lehrgangstermine VDBS Kletterlehrer 2017-2018

Download AGBs zur Kletterlehrer Ausbildung:

AGBs zur Kletterlehrerausbildung stand 08-2014